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Der Bau am Neuen Jerusalem - vom Bolzplatz bis zur Westbastion

06.08.2018 23:07 von Johannes Menze (Kommentare: 0)

Die Überleitung vom Abendimpuls zu den Baustellenberichten – ein Kinderspiel für Heribert, denn natürlich braucht es Gottes Segen für die Arbeitenden und den gesamten Werkzeugpark. Stellvertretend dafür hatten wir die funkelnagelneue Schubkarre in die Burgkapelle geschoben.

„Völlig egal in welchen Alter, alle packen voll mit an, ich finde das voll genial“, bringt Benedikt die Stimmung auf den Punkt. Da ärgert sich die Gewölbe-Werkstatt auch nur kurz, dass so viele fremde Sägeaufträge ihren Arbeitsfluss unterbrechen.

Immerhin steht der erste Prototyp vom Burghof-Tischlein-Deck-Dich auf der Bühne. Macht sich gut, doch es fehlt noch die Tischplatte. Stattdessen gähnen noch drei Löcher. „Es wird“ und - versprochen: Es wird eine Massenproduktion.

„Tische rücken“ ist auch Thema an der Grillstelle. Dort werden dicke Eichenbohlen an die Grillhütte als Tische zum Abklappen angeschraubt. Die Pfosten liegen bereit parat und müssen von der reinen Frauencrew um Helena nur noch angeschraubt werden. Außerdem werden sie noch Rückenlehnen installieren.

Sage & schreibe 36 Eimer Asche holt das noch arbeitslose Treppenbauteam aus dem Lagerfeuerring. Im Anschluss werden noch Würstel- und Schnitzelreste vom Rost gebürstet. Schließlich ist in 48 Stunden Angrillen angesagt.

Die Tore des Gewölbes sind gestrichen (Mit Lasur, versteht sich). Querbalken machen die Tore wieder höchst beweglich. Denen ist es jetzt völlig egal, ob sich der Beton erhebt.

In puncto Heizung besteht die Vormittagsschicht darin, Heizöl-Tanks in die Burg hinein zu transportieren. Nachmittags nutzen Florian und Christoph die Schattenecke auf dem Sonnendeck, um den Abfluss zu reparieren. Hier muss der Unterbau der Sonnenterasse unterfüttert werden. Morgen Vormittag soll es unter Handwerker-Aufsicht um Feuertüren und das Anschließen der Tanks gehen.

Strittig bleibt die Frage, welche Arbeitsstelle die coolste ist. Ganz chillig schmirgeln die Hochbauer*innen unter einem Sonnensegel jede zweite Strebe der Chill-Möbel ab. Und ab ist der Lack. Trinkpausen richten sich nach dem Tempo der Mukke. Rock im Anschluss beschleunigt das Schmirgeln erheblich  

Lächerlich, erklärt der Westbastionschef. Wir setzen auf schnelle Rhythmen. Als Malocherin des Tages ruft er Ella Brockhaus aus. Sie habe alle Winkel ausgerechnet. „Wir haben die Bank zusammengesetzt, es passt verdammt gut.“ Zwischenruf aus dem Auditorium: „Erstaunlich!“ Gelächter.

Am Bolzplatz hat die Arbeiterbewegung mit vielen Leuten – Wetterschutz gepinselte - Pfosten aufgestellt und einbetoniert. Mit dem gleichen revolutionären Elan ist ein Fundament für das Wippen & Wuppen angelegt. Morgen wird betoniert und dann muss er aushärten.

Aber den Vogel unter den Arbeitsplätzen schießt das Fenster-Projekt im Tischtennis-Gewölbe ab. Kühl, im Schatten und luftig werden die Fensterrahmen und -flügel abgeschliffen, fein nach geschmirgelt, abgeklebt und schlussendlich steingrau bemalert. Eine Kusine von Sonja aus Trier verstärkt das Team und kompensiert den Verlust des Projektleiters.

Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, „ersetz‘ mal eben kurz den Feuermelder im Mädchenwaschraum“, startet Michael, um dann festzustellen, es braucht doch zwölf Krachinstrumente und Kontrollen. Wegen wahrscheinlicher Lärmentwicklungen bietet er an, einen Satz Oropaxe vorab zu besorgen.

Apropos Feuerbekämpfung mit maximal kürzestem Gestaltungsspielraum: Die kurzweiligste Combo hängt die Feuerleiter ab, die Aufhängung ist immer noch marode. Ein Schmied wird’s richten. Und fertig ist ihr Job. Blöd, sie damit den kühlsten, schattigsten und luftigsten Arbeitsplatz auch wieder quitt sind.

Das Knaller-Projekt zum Schluss: Die 200 kg schwere Rutsche (die ca. 7.001 Schrauben halten die Plastikelemente zusammen) wuchten helfende Hände auf den Millimeter genau, so dass die letzten Schrauben beim Einstieg festgezogen werden konnten. „Sauber hingekriegt!!!“ Die endgültigen Stützen und das Fundament stehen morgen auf dem Programm. „Pinökel-Feinarbeiten“, erklärt Götz. Und: Wehe, wenn ein Heißsport heute Nacht die Rutsche ausprobieren will. Die erste / der erste Starter werden ausgelost.  

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