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Der (vor)letzte Handschlag ist getan

12.08.2018 01:21 von Johannes Menze (Kommentare: 0)

Über Nachtschichten müssen wir reden. Bereits gestern breitete sich mit der hereinbrechenden Dunkelheit der Arbeitsvirus aus.

Im Burghof strich Thomas die Zisternenabdeckung in schwedenrot. Damit harmonisieren sie aufs Wunderbarste mit Fensterrahmen in den Obergemächern der Burg. Am Burgtor schweißen Robert, Volker und Christoph neue Lager. Dem Klavier im Rittersaal zwackt Götz Saite um Saite ab. Im Anschluss wird es in Teile zerlegt und durch die enge Wendeltreppe abwärts transportiert.

Das alles ließ sich bei einem leckeren Mango-Maracuja-Limetten-Cocktail beobachten, eisbröckchen-gekühlt, denn zur Eröffnung der renovierten Chill-Möbel hatten die Möbelwerker*innen geladen.

Ein höchst stilvolles Opening, und dennoch hatte eine gewisse Unruhe Ora erfasst. Der letzte Tag stand vor der Tür, das Burgtor sperrangelweit offen – keine Chance, die Uhr anzuhalten. Außerdem verkürzte die Jugend-Party in der Taverne die Nachtschwärmerei erheblich.

Heute blieb die Stechuhr bei elf Uhr stehen. Damit wir uns richtig verstehen: 23 Uhr am Samstagabend. Die Bühne frisch gefegt und von Werkzeugen frei. Deren Verteilung – besser Rückgabe – an begeisterte Besitzer*innen „Alles Mitgebrachte wieder da“, erklärte Benedikt und Peter: „Ein großes Lob an alle in Ora“. Der Betonmischer bekam dank des Kärcherns seine kommunalorange Farbe wieder. (Zumindest dort, wo sie noch nicht abgeblättert ist.) Das Holzlager ist echt 1A gestapelt. Der Gesteinboden ist wieder erkennbar.

Den Burghof ausgeleuchtet mit Scheinwerfen, geschäftige Schatten eilen umher und am Ende der Ora-Woche sieht er so ungewohnt leer und aufgeräumt aus. Sieben frische Bänke rufen: Setz Dich! Die Sitzprobe zum Abendessen verlief ohne Wespenstich und ist eine illustre gute Wetter-Alternative zu Ess- und Knappenstube.  Das Lagerfeuer ruft: „Mach‘ mich an“. Etwas Holz ist bereits aufgeschichtet.

Selbst Heribert verweilt an der Feuerstelle mit mehreren Gläser biologischem Riesling. Der Grund ist nicht etwa die feurig-angenehme Atmosphäre, oder dass die Weinflasche unmöglich halbvoll allein gelassen werden kann, sondern vielmehr dass der Drittjüngste 13 Jahre alt wird und logo einen Geburtstagskanon bekommt.

Aber im Ernst, wäre das nicht mal ein Event? Eine freiwillige Nachtschicht in den ersten Tagen von Ora, wo unter Scheinwerferbeleuchtung (und nicht unter Zeitdruck) gehämmert, gesägt, gehiltit oder ähnliches geschieht. Alles zum Wohle der Jugendburg, aus Vergnügen und zur größeren Ehre Gottes.  

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