• Home
  • Blog - Beitrag

Die heiße Schlacht am kalten Büffet

von Johannes Menze (Kommentare: 0)

Beobachtungen beim ersten Frühstück. Merkwürdig, die Schlange vor dem Eingang ist plötzlich verschwunden. Die Leute sitzen an verteilt stehenden Tischen in der Knappenstube und schauen erwartungsfroh bis verschlafen und hungrig. Erste Plünderungen des Büffets von den einschlägig Verdächtigen. Es ist kurz nach halb neun. Traditionelle Frühstückszeit.

„Himmel, Arsch und Zwirn: Ist doch ganz einfach mit den Regeln“, Christoph Weber flucht lautstark. Tischweise Frühstück holen, erst die Händeweise desinfizieren, dann mit Masken zum Büffet, das zwischen Küche und Spülküche aufgebaut ist!    

Während der Achter-Tisch mit den Jugendlichen – Tisch 1 mit Startvorteil - zufrieden vor sich hin mampft, erzählt die andere Seite Baustellenfortsetzungsgeschichten: „Weißt Du noch, wie Du den Meißel in der Wand versenkt hast?“

Bernard Heckenbücker, um 6:00 Uhr in Meckenheim aufgestanden, biegt um die Burgtor-Ecke und schaut maskiert in die Knappenstube. „Freue mich, Euch zu sehen“, ruft er und bekommt wohlverdienten Applaus.

Der kleine Anarchist in mir süchtelt nach ‚ner Tasse Kaffee. Derweil gibt es weitere Infos: Mitarbeiterinnen der Burg reinigen morgens die Klos, Ora-et-Labora ist für das abendliche Desinfizieren zuständig. Brillen und Klinken so gegen 18:00 Uhr. Inzwischen ist es 8:40 Uhr und Michael diskutiert mit sich, ob er noch den Laptop holen soll, um die Projektpläne fertig zu stellen.

„Wilfried braucht länger als ein ganzer Mädchentisch“, kommentiert Christoph Weber langgezogen. „Und: Rücktransport erst, wenn alle etwas haben.“ Noch drei Tische.

Größere Thermobecher, mitgebrachte, kommen zum Vorschein. Ich frage mich gerade, wie ich denn mit zwei Händen Teller, Tasse, Messer, Brötchen, Glas, Aufstrich, Butter, und vor allem Kaffee holen soll. Das Buffet ist vor dem Burgladen, zwischen Spülküche und Küche, aufgebaut. Es wird 8:50 Uhr. Nur noch ein Tisch.

Am Ende des Morgenlobs war ja noch ziemlich optimistisch verkündet worden: „Um 9:15 Uhr beginnt die Arbeit.“ Ketzerischer Zwischenruf: Es soll keine Aufläufe geben! „Nun ja, peilen wir trotzdem mal Viertel nach Neun an.“ Inzwischen hat Michael sein Notebook geholt und schraubt letzte Details am Projektplan. Stephan mit ph sinniert er.

„Speichert die Reihenfolge der Tisch auf der biologischen Festplatte ab!“, rät Christoph. Derweil denke ich mit anderen Süchtigen darüber nach, ob nicht eine Wartezone im Burghof eingerichtet werden soll. Mit Tassen und Getränke auf den Tisch, …

Endlich 8:57 Uhr, wir können zum Büffet. Für das Zwei-Hände-Problem haben übrigens die Heiny-Beck-Tischgemeinschaft die geniale Lösung: Einfach das Frühstückchen auf ein Tablett packen. Geht schon.

Fortsetzung folgt. Am gleichen Morgen wurde übrigens wenig später bei der Eßstube Tabula rasa gemacht. (Foto)

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 2 plus 7.