• Home
  • Blog - Beitrag

Eine Hommage an die Bahnhofsgaststätte

von (Kommentare: 0)

Irgendwann in grauer Vorzeit muss die Eisenbahnlinie zwischen Bitburg und Neuerburg aufgegeben worden sein. Jedenfalls so lange ich auf die Burg fahre, ist der Unterwegsbahnhof Bitburg-Erdorf der Endpunkt der Bahnreise. Für die letzte goldene(n) Meile(n), 31 Kilometer bis zur Jugendburg, braucht es ein automobiles Shuttle. In den letzten Jahren sind die Bahnsteige am Bahnhofsgebäude aus dem charakteristischen roten Sandstein hübsch aufgepeppt worden.

Es gibt zwei Attraktionen, um die Wartezeit zu überbrücken. Quer durch das Bahnhofgebäude verläuft der 50. nördliche Breitengrad. Das Bodendenkmal erinnert daran, dass die Welt irgendwie zusammenhängt, auch wenn rund um den Bahnhof sich bisweilen ein Gefühl wie Stillstand und Weltabgeschiedenheit ausbreitet. Bestimmt liegt es daran, dass man vom total intensiven, zusammen hochgejazzten Burghighlife kommt. Oder von Bauarbeiten bis zur letzten Minute. Das Suppenkoma vom sonntäglichen Festschmaus auf der Burg tut das seinige dazu.

Am besten schlendert man dann zum Bahnhofsgaststätte. Von wegen, dass Deutschland eine Servicewüste ist. Seit Jahr und Tag begrüßt eine ältere Frau freundlich die Gäste. Hier gibt es Kaffee zu zivilen Preisen und frisch gezapftes Bitburger (was sonst). An der Theke werden die größeren und kleineren Dinge des Lebens verhandelt. Nicht nur die Köpfe rauchen. An der Wand klingeln zwei Spielautomaten vor sich hin.

Sonntags öffnet die Gaststätte schon um halb elf – unter der Woche: um 11 Uhr – und  natürlich stelle ich mir vor, dass der Messbesuch mit einem Frühschoppen verbunden wird. Neben der etwas verblichenen Eiscremereklame von Nestlé/Schöller verkündet das Türschild „11 Uhr - ?“. Großartig.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 5 und 9?