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Regen bringt Segen und einen anderen Baustellentakt

von Johannes Menze (Kommentare: 0)

Diesen Freitag muss es im Wolkenkuckkucksheim heftigen Streit um die Beregnungsanlage Neuerburg gegeben haben. Die Wettergötter konnten sich nicht entscheiden und der Regenbogen schmollt inzwischen.

Nachdem wir durchaus mit Sonnenschein verwöhnt gewesen sind, gab es fieselnde Tropfen im Wechsel mit Starkregenereignissen. Und dies am Finalfreitag. Präzise zur Kaffeezeit hatte ein hartnäckiger Eifeler Landregen die Burg und die Baustellen fest im tropfnassen Griff.

Mutmaßlich hatten die Wetterpropheten sich geärgert. „Da haben wir Regen vorhersagen lassen und ihr Schönwettergläubigen habt einfach die Sonne angeknipst.“ Mächtig haben sie auf dem Tisch gehauen und mit roher Gewalt den Wasserhahn aufgedreht. Mal Regen, mal nicht – der Regenbogen will nicht mehr mitspielen und versteckt seinen kunterbunten Bogen hinter Wolke Nummer Neuerburgstraße 13, die sich dick und schwarz zwischen Sonnenterasse und Westbastion platziert hat und gleich zu Heulen anfängt.

„Aber dann fällt das furiose Finale bei Ora&Labora in Wasser“, entgegnete die Gute-Wetter-Werkstatt leise, etwas durch das Donnern verschreckt. Die Elektrikcrew kann die Strahler nicht anständig unter Strom setzen. Helene und Jonas – hoch an der Burgmauer hängend (Foto) – das Efeu von den Natursteinen schwerlich entfernen. Der Sand, der auf den Burgspielplatz hochgewichtet werden muss, wiegt auch viel schwerer als sonst. Und die Geländer sind zwar einmal komplett gestrichen, aber an einigen Ecken muss noch nachgemalert werden, was bei Regen ein Ding der Unmöglichkeit ist“

„Ihr Weicheier, was klagt Ihr über notwendige Niederschläge“, entgegneten die Freunde der Regenwolken. „Seht ihr denn nicht, dass die Zaunkönige alle Latten mit ihrem Werk fertig und ziemlich zufrieden sind. Eine halbe Schraubendrehung lässt sich nassem Holz entwinden und der letzte Dreck wird von der Straße weggespült. Dass über dreißig wundervolle Kräuter in die Spirale gepflanzt worden sind, die sich alle über einen kräftigen Wasserguss freuen. Außerdem sind alle fünf Tische & Bänke fertig und die letzten Schönheitsreparaturen lassen sich prima im Gewölbetischlerei vornehmen. Und überhaupt habt Ihr das 1A-Holzlger besichtigt, dass Stephan und Thomas konstruiert haben? Ihr Ignoranten, wie wollt Ihr die frisch steingrau gemalten und wieder eingesetzten Fenster würdigen, wenn nicht einmal das Regengetrommel bei ihnen anklopfen darf.“

Ob dieser Aufzählung geriet die Sonnen-Fraktion leicht ins Nachdenken, hielt den Regenaufdrehhahn aber noch fest. „Eine Impulsfrage“, rief der Blitzableiter in die Runde, „Wollt Ihr nicht lieber jetzt Regen über die Neuerburg niederprasseln lassen, als morgen am Jubiläumsfeiertag? Und überhaupt traut Ihr den Ihr Ihnen nicht zu, dass sie trotz der Regentropfen ein prächtiges Lagerfeuer zum Brennen bekommen, an Roberts Geburtstagsweinen nippen und darüber reden, dass in Kaiserslautern ausgerechnet die Universitätsbibliothek die Hausnummer 42 hat und die Mathematiker im Haus 49 sieben hoch zwei als Orientierung angepinselt haben?“

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