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Troglodytes troglodytes

von Johannes Menze (Kommentare: 0)

Er zählt zu den kleinsten Vögeln, nur 10 Gramm leicht, sein Gefieder in Rostbraun lässt ihn mit der Umgebung verschmelzen, ein wackeliger Flieger, der sich hüpfend fortbewegt. Trotzdem rühmen ihn die Naturschützer. „Was dem Zaunkönig an äußerer Pracht fehlen mag, macht er mit seinem laut schmetternden, unverwechselbaren Gesang wett. Das singende Männchen erreicht trotz seiner geringen Größe eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel und sein Gesang ist auf einer Distanz von bis zu 500 Metern zu hören. In der Brutzeit beginnt der königliche Gesang um kurz nach vier Uhr in der Früh und endet erst am späten Abend.“ Klar kommen sie auch im Bereich der Neuerburg vor.

„Zaunkönige“ – das ist eine treffliche Beschreibung der Laboranten am Zaunprojekt. Jetzt soll allen Wackeligkeiten der Garaus gemacht werden. Ein für alle Mal. Es ist die mit Abstand längste Baustelle, die sich entlang des Zufahrweges zieht und die im Laufe der Ora-Woche mehr und mehr Werktätige angezogen hat.

„Mit welchem unermütlichen Elan vier grauhaarige Herren Pfosten um Pfosten in den Boden rammen, fein justieren und betonieren ist legendär“, resümiert der Projektleiter Benedikt (Foto). Das Arbeitstempo hat erheblich an Fahrt aufgenommen und gestern wurde zaunkönig-like auch noch eine Spätschicht eingelegt, um auch den letzten der 36 Pfosten gesetzt zu haben.

Übrigens waren ursprünglich nur ein Abschnitt von 26 Pfosten geplant gewesen. „Ach was, wenn schon dann aber auch“, verabredeten sich die Grauköpfe. Wie groß der Enthusiasmus trug, fiel gestern nach 10 Minuten nach Arbeitsbeginn auf. „Hannes, kann das sein, dass Du noch Hausschuhe anhast?“

Auch die Jüngsten werkeln tatkräftig mit. Mit Tabea formen Jule und Mieke prächtige Pyramiden über die Betonsockel. Dass es ab und an mal artistische Seilanlagen und Rettungsmissionen gegeben hat, um abgängige Kisten einzufangen, ein Erdkabel (wir berichten: „Gefunden, aber nicht gesucht: Kabelsalat“) im Wege lag, stimmt ebenso, wie dass die Sachensucherin Regina die wahren Burgschlüssel ausbuddelte und Katrin riesige Erdberge versetzte.

Spannend sind die Hierarchien unter den Zaunkönigen zu beobachten:  Beim Ausgraben war keiner unter 25 Jahre und kein Bagger-Lenker über 25. Besondere automobile Leidenschaft blitzte bei Anton auf, der mit Schippen-Jupp Sandberge halbkilometerweit versetzte, Myriaden von Sandkörnern und Kieselsteinen. Auch glänzte er in der Disziplin, zielsicher den Kies in die Mischmaschine weiterzubefördern. 16 Schaufeln + viermal Zement + Schlückchen Wasser, kräftig geschäkert, darüber wachte die Qualitätschefin Helena, die sich lebhaft an Sandkastenzeiten zurückerinnerte.

Ach ja, das Gezwitscher. Natürlich rockte die Musik bei Zaunkönigen. Anton Bruckners Werke wechselten mit Klängen von Schwanensee und Hits von Queen. Nicht ganz 90 Dezibel, aber unüberhörbar & gut rhythmisiert zum Stampfen, Schaufeln und Setzen der Pfosten.

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