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Vom Grottenolm zum Schlämmermaul - Auf geht's in die Unterwelt

von Johannes Menze (Kommentare: 0)

„Nur eine Viertelstunde!“ heißt es aufmunternd von Volker, dann ist das Wasser abgepumpt und dann steht der neuen Verdichtung der Zisterne nicht im Wege. Tja, die Erfahrungen aus der Untergrundarbeit liefen eher auf Eimerketten heraus und gaben einen Vorgeschmack auf die Klimakatastrophe.

Der Ort des Geschehens (2)

In der Zisterne unter dem Kastellanhaus wird das Niederschlagswasser aus der gesamten Burg gesammelt. Es wird dann vor allem für die Spülung der Außentoiletten genutzt. Das läuft seit 27 Jahren. Nun läuft die Zisterne irgendwie aus. Das ist suboptimal und das gilt es zu ändern. Die Unterwelt beginnt mit einem rutschbahnartigen Abschnitt, dann kommt zwei Mittelstücke, das Niveau sinkt beständig in zwei Stufen und schließlich geht es hinab ins tiefe Bassin. Es ist eng, die Gefahr lauert an den mittelhohen Metallstreben, das die Ober- von der Unterwelt abgittert. Immer gut für Kopfweh, ein aufrechter Gang ist nicht drin.

In einer Viertelstunde. Aber Flötepiepen. Die Pumpe pumpt den gesamten Samstagvormittag. Nachmittags erreicht Christoph und joe die Nachricht, dass die Pumpe aufgehört hat zu arbeiten. Aber Wasser schwappte auf der tiefsten Ebene vor sich hin. Ein mehrfach

Die Eimerkette (3)

Eimerkette ist angesagt. Pottschwatt ist das Wasser. Es gluckert und duftet echt modrig, wenn es vom Schöpfeimer in den Transporteimer  umgekippt wird. Unter einigen limbo-artigen Verrenkungen wird dieser zum Höhleneingang transferiert, wo einer gebückten Gestalt an die Erdoberfläche den Eimer schleppt und ausleert.

Der Wasserspiegel sinkt nur langsam. Immerhin lassen sich die Transportwege optimieren, dass es keine Beulen oder Quetschungen gibt und die Brühe einem nicht nicht ins Gesicht pladdert, wenn der Eimer mit einem Ruck nach oben befördert wird, auf der Gitterstange zum Eingang verschoben wird. Trotz aller Quälerei ist die Lage in der Zisterne noch bequem, vergleicht man sie mit Seeleuten, die mitten auf dem Ozean verzweifelt das Wasser aus dem Schiff kübeln.

Die Bautrockner (4)

Als nur noch Pfützen den Boden bedecken, weder Eimer noch Kehrblech nennenswert Flüssigkeitsmengen fortschaufeln, feudeln wir die Wasserlachen auf. Trocken. Denkste. Es war der erste große Irrtum von uns.  Wir bugsieren den gelben Bautrockner namens Rotfuchs DH 55 von Maler- und Stadtbürgermeister Lothar Fallis ins Bassin. Als wir ihn anwerfen, zeigt die Anzeige, 89% Luftfeuchtigkeit. Abends als wir zum ersten Mal den Behälter entleeren, ist die Anzeige zwar auf 60% gefallen. Der Haken, der Bautrockner springt am nächsten Morgen nicht mehr an. Verdammt.

Außerdem: Das Bassin steht wieder knöcheltief unter Wasser. Diesmal aber schon fast durchsichtig. Wir identifizieren die Frischwasserzuflussleitung als Quelle, die stetig vor sich hin tröpfelt. Nachdem wir bei Andreas zunächst eine halb-Zoll-Muffe erworben hatten, dann aber auf Drei-Viertel-Zoll War diese Quelle versiegt. Wohlgemut bildeten wir wieder eine – genau – Eimerkette.

Die Angst vor dem Starkregen (5)

Johannes Ambros hatte in die Hauptregenrinne eine Art Klappe eingebaut, die die Niederschläge in den Burghof ableiten sollte. Prinzipiell eine exzellente Idee, den die Zisterne sollte ja trocken fallen (die Viertelstunde ist schon hundertfach vorbei), damit sie grundiert und später verschlämmt werden sollte.

In Abwandlung eines Berliner Lebensweisheit: Klappe offen und der neue Burggraben wird geflutet. Und in der Nacht waren nennenswerte Niederschläge angekündigt. Also konstruierten wir noch eine Art Bypass, der die Sintfluten direkt ins Überlaufrohr weiter transferierte. Dank des genialen granatapfel-seifigen Gleitmittels (Entliehen aus der Außenwaschbecken) fluppten die orangen Röhren super zusammen. Warum im Laufe des Donnerstags die Torwächter noch eine Art Deich bauten, überlassen wir der Phantasie. Fazit: Dank Bypass herrschte Trockenheit. Dachten wir.  

- Fortsetzung folgt - Das Foto stammt von Martin Brunker, der auf der Website der Stadt Neuerburg die Aktivitäten von Ora in Bilder festgehalten hat.

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